07.06.2009 - Abstieg mit erhobenem Haupt !
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Sonntag, 07. Juni 2009 |
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Am Sonntagnachmittag endete das Eilenburger Abenteuer Oberliga – vier Jahre, nachdem es viele selbsternannte Experten eigentlich vorausgesagt hatten.
Wie schon im vergangenen Jahr waren die Jungs von Carsten Hänsel am letzten Spieltag gegen den Leipziger Favoriten die bessere Mannschaft, wie im vergangenen Jahr wurden wir mit einem Gegentreffer kurz vor Schluss um das verdiente Ergebnis gebracht. Der Fairness halber muss natürlich erwähnt werden, dass durch den Erfurter Sieg in Auerbach unser Sieg am Gang in die Wernesgüner Sachsenliga nichts geändert hätte.
Bereits zu Beginn des Spiels sah man den Gastgebern an, dass sie an diesem Tag nicht mehr konnten oder wollten. Blau-Rot begann engagiert, Blau-Gelb reagierte und schlug ein um andere Mal die Bälle nach vorn – stets in der Hoffnung, dass die schnellen Stürmer wie im Hinspiel die eine oder andere Chance nutzen würden.
In der 17. Minute schien dieses einfache und doch immer wieder gleiche Konzept tatsächlich aufzugehen: Mirko Dietrich verschätzte sich im Mittelfeld, der Ball kam zu Heusel und der machte abgezockt die Führung. Schon im Gegenzug hätten unsere Jungs den Ausgleich erzielen müssen – Christopher Plätzsch und Norman Lee Gandaa vergaben jedoch die klare Ausgleichschance. Ärgerlich in dieser Phase war, der FCE aufgrund von Verletzungen von Petzold und Idrizaj sein Auswechselkontingent schon fast erschöpft hatte. Sowohl Florian Schmolke als auch Toni Pfeffing fügten sich jedoch nahtlos ein und sorgten gemeinsam mit den anderen dafür, dass man an diesem Tag zu keinem Zeitpunkt das Gefühl haben musste, das Spiel zu verlieren. In der 38. Minute war es dann soweit: Nach einem Handspiel von Köllner zeigt Schiedrichter Oehme auf den Punkt und Norman Lee Gandaa erzielt den verdienten Ausgleich. Auch in der zweiten Hälfte ist das gleiche Bild zu beobachten: Der FCE spielt gefälliger – Lok setzt allein auf lange Bälle und Konter.
In dieser Phase stechen besonders Reimund Linkert und Silvio Adzic hervor, die (leider einige Spiele zu spät) das Eilenburger Spiel immer wieder unberechenbar machen. Zumindest am heutigen Tag war der Tabellenunterschied in keiner Weise erkennbar. Den Lohn der Mühen holen sich die Gäste in der 78. Minute. Der gerade eingewechselte Benni Wagner wird von Linkert schön bedient und hämmert die Kugel von halbrechts ins Tor. Vorallem Linkert und auch Adzic bekommen danach immer wieder den Frust der Gastgeber in Form von bösartigsten Fouls zu spüren. Engler bekommt in der 87. Minute wegen einer vorausgegangenen Tätlichkeit die rote Karte – der aufgebrachte Linkert sieht gelb.
Dies ist der Auftakt für tumultartige letzte Minuten. Auf der Tribüne kommt es zu Übergriffen gegen Spieler aus dem Eilenburger Kader (Hochachtung dafür, dass couragierte Zuschauer eingreifen), der Stadionsprecher heizt in nicht ganz hochintellektueller Weise das Publikum auf (600 Jahre Universität Leipzig können auch nicht alles überdecken) und auf dem Spielfeld kommt es zu Jagdszenen. In der Schlussminute bleibt Starke im Eilenburger Strafraum liegen, ist jedoch dann wieder schnell auf den Beinen als der Ball zu ihm kommt und erzielt den Ausgleich. Fast zeitgleich erreicht die Eilenburger Bank die Kunde vom zweiten Erfurter Tor in Auerbach. Silvio Adzic (erneut nach einer unsportlichen Attacke der Gastgeber) und Mirko Dietrich holen sich zu allem Überfluss die Ampelkarte.
Der FCE hat am heutigen Tag ein erneutes Eilenburger Fußballwunder verpasst. So bitter der Abstieg auch ist – Eilenburg kann auf wunderbare fünf Oberligajahre zurück blicken, die Gegner wie den FC Carl Zeiss Jena, den 1. FC Magdeburg, den Chemnitzer FC, den Halleschen FC, den FSV Zwickau, den FC Sachsen und am Ende auch noch den 1. FC Lok brachten. Unvergessen bleibt das Debüt im August 2004 vor über 1.300 Zuschauern, als Favorit und Lieblingsgegner Zwickau mit 2:0 nach Hause geschickt wurde.
Ebenso unvergessen ist der 25.02.2007, als der FCE in der vierten Liga nach einem Tor von Sven Moritz (mit 119 Oberligaeinsätzen für den FCE Rekordhalter) in Bautzen erstmals die Tabellenführung übernimmt und den CFC, Ede Geyers FC Sachsen und den heutigen Fast-Drittligisten HFC hinter sich lässt. Ja – es war größtenteils eine geile Zeit! Und es gibt heute keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Unsere Finanzen sind geordnet, wir haben einen ordentlichen Nachwuchs und ein großer Teil der diesjährigen Mannschaft hat sich zum Verein positioniert – wir werden also auch ab August eine starke junge Mannschaft mit vorbildlichen Führungsspielern haben. In der kommenden Saison gibt es jetzt vermutlich ein Aufeinandertreffen mit dem Kreisrivalen vom ESV.
Vielleicht schafft es der FCE ja in absehbarer Zeit, das Abenteuer Oberliga erneut anzugehen. Die Signale aus der regionalen Wirtschaft nach der Neupositionierung des Vorstandes sind durchaus ermutigend. Zunächst gilt es jedoch erst einmal Danke zu sagen – allen 65 Oberligaspielern der letzten fünf Jahre, den Verantwortlichen, den vielen ehrenamtlichen Helfern, unseren treuen Fans und den treuen Sponsoren und Unterstützern, die dem FC Eilenburg in den vergangenen fünf Jahren zu überregionalem Ansehen verholfen haben. Das Leben geht immer weiter!
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