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Wir gratulieren allen Gewinnern und bedanken uns bei allen Organisatoren und Sponsoren, Teilnehmern und Eltern, Helfern und Zuschauern für einen erfolgreichen Turnierauftakt.
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Der Namensgeber der Turniere, Paul Köditz, gehörte zu den Urgesteinen des Eilenburger Fußballs. Der Sohn eines Eilenburger Wäschereibesitzers, dessen Markenzeichen später Mütze und die brennende Zigarre (daher auch der Spitzname „Wolke“) waren, wurde 1901 geboren und begann mit 14 Jahren in der Schreckerstraße eine Lehre als Tischler. Diesen Beruf übte er bis 1930 auch aus, ehe er arbeitslos wurde. In dieser Zeit spielte er, wie aus den Protokollen der Fusion von SpVgg und RB ersichtlich wird, von 1920-1925 aktiv, allerdings nicht sehr erfolgreich, bei der Spielvereinigung 1912 Fußball. Nach seiner aktiven Zeit engagierte er sich im Umfeld der „Zwölfer“. Er wird 1935 Vorstandsmitglied und Jugendleiter bei seinem Verein. In der „Zwölfer- Führung“ ist er zu dieser Zeit der Einzige ist, der nicht der NSDAP angehörte. Gleiches galt nach dem Beitritt der „Zwölfer“1939 zum Reichsbahn Turn- und Sportverein Eilenburg. 1943 wurde er eingezogen, geriet 1944 in Gefangenschaft kehrte nach seiner Entlassung 1945 in das völlig zerstörte Eilenburg zurück. Nach dem Krieg übernahm Paul Köditz die Wäscherei seines Vaters.

Sein sportliches Engagement blieb auch nach dem 2. Weltkrieg ungebrochen. Ende der 40-er Jahre wurde Paul Köditz Mitglied der neugegründeten BSG Chemie. Anfang der 50-er Jahre fungierte er als deren 1. Vorsitzender, ehe er sich in der Folge wieder auf die Jugendarbeit zurückzog. Schnell wurden unter seiner Leitung erstaunliche Erfolge im Jugend- und Juniorenbereich, z.B. mehrere Aufstiege sowie Bezirkspokalsiege (Jugend 1952, Junioren 1955) erzielt. Die Jugendfußballer auf Bezirksebene waren für damalige Verhältnisse außergewöhnlich gut ausgestattet und neben Turnierteilnahmen zu Ostern und Pfingsten, vorrangig in Thüringen, aber auch im Spreewald und in anderen Regionen der DDR, verbanden die älteren Junioren jedes Jahr ihr Sommertrainingslager mit Aufbaumaßnahmen in der ECW-Ferienanlage in Göhren auf Rügen. Zu Weihnachten organisierte er in Eilenburg Hallenturniere. Die Leidenschaft zum Fußball führte allerdings nicht selten zu Problemen in der Familie, die oft zurückstehen musste. Die fuwo vom 28.12.1976 berichtet beispielsweise, dass Paul Köditz an seinem 75. Geburtstag die Hallenkreismeisterschaft der Schüler in Eilenburg geleitet hat. Bis zu seinem Tod am 15.11.1983 wirkte Paul- Köditz für seine BSG Chemie, die ihn zum Ehrenmitglied ernannte. Daneben war er im Kreisfachausschuss (KFA) Eilenburg als Staffelleiter der Spielkommission tätig. Auch hier wurde ihm wegen seiner Verdienste um den Fußballsport im früheren Kreis Eilenburg die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Paul Köditz war Träger der Ehrennadeln von DFV und DTSB in Gold. Der Deutsche Fußballverband verlieh ihm als einzigem Eilenburger Funktionär seine höchste Auszeichnung, die DFV-Ehrenplakette.

 

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