

Ex-Trainer stattet FC Eilenburg unverhofften Besuch im Ilburg-Stadion ab
Eilenburg. Besonderer Zaungast beim Heimspiel gegen Markranstädt: Carsten Hänsel. Der Ex-Coach des FC Eilenburg, der den Verein im Sommer 2010 mit ehrgeizigen Zielen ("will irgendwann in Liga drei") verließ, nahm seine ehemaligen Schützlinge im Spiel gegen den Spitzenreiter unter die Lupe.
"Reiner Zufall", sagte der 28-Jährige. Denn eigentlich wollte der U23-Coach des HFC nach dem obligatorischen morgendlichen Training des Hallenser Regionalligisten (wo er als Co-Trainer agiert) in Richtung Norden aufbrechen. Doch Cheftrainer Sven Köhler war wohl mit dem falschen Bein ins Wochenende gestartet, ließ seine Jungs Überstunden abschwitzen und hinderte somit auch den ehemaligen FCE-Übungsleiter am geplanten Wochenendtrip nach Braunschweig.
Hänsel disponierte um, stattete seinen ehemaligen Weggefährten kurzentschlossen den zweiten unverhofften Besuch der laufenden Saison ab und wurde im Ilburg-Stadion warmherzig empfangen. Allzu warm dürfte es dem Nachwuchs-Trainer beim Anblick der Blau-Roten allerdings nicht geworden sein. "Vorne fehlt einfach die Qualität", urteilte Hänsel nach etwa 60 Minuten und unzähligen verpassten/vertändelten Großchancen. "Eilenburg ist am Drücker, trifft aber das Tor nicht", brachte er den allgemeinen Tenor im Fanblock auf den Punkt. Liege vor allem an der verzwickten Tabellensituation, sagte er. "Wenn du im Mittelfeld stehst, fehlt einfach das nötige Selbstbewusstsein."
Hänsel erlebte die Partie im Übrigen alles andere als emotionslos. "Schließlich habe ich hier jahrelang gewirkt." Der ambitionierte Sportwissenschaftler gehörte einst sogar zur legendären Oberliga-Aufstiegstruppe anno 2002, wurde von Coach Martin Polten "überall dort eingesetzt, wo ich nicht stören konnte". Auch mit Rico Winkler, dem neuen Mann FCE-Coach, verbindet Hänsel eine ganze Menge: Der 29-Jährige ist eng(st)er Vertrauter des Leipzigers. "Wir sind beste Kumpels, telefonieren fast täglich miteinander", so Hänsel. Gerüchten zufolge geht es in besagten Gesprächen nicht um Frauen ("Zwischen echten Freuden spielen die keine Rolle."), sondern in erster Linie um Sachkenntnisse rund ums runde Leder. Steckt in der 2011er-Truppe also immer noch ein wenig Hänselei? "Wir profitieren beide voneinander", umschreibt der studierte Fußballexperte und hält sich weitestgehend bedeckt.
Weitaus weniger bedeckt ist hingegen die Einsatzstatistik des Allrounders: In seinem einzigen für die Eilenburger bestrittenen Oberliga-Spiel kickte Hänsel dazumal in Halle. In diesem Match verloren die Nordsachsen sang- und klanglos mit 0:5. Nun trainiert Hänsel den Nachwuchs des anhaltinischen Vorzeige-Clubs. Das Leben eines Sportlers schlägt manchmal augenscheinlich erstaunliche Bahnen ein. Oder mit den Worten des Carsten Hänsel, dessen Leben sich nach eigenen Angaben primär um Essen und Schlafen dreht: "So schließt sich der Kreis." Daniel Kaiser
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