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Erklärung des FC Eilenburg zur Entscheidung des NOFV- Präsidiums vom 18.03.2022

Rund um das Spiel beim 1. FC Lokomotive Leipzig erreichten die unterschiedlichsten Verantwortungsträger des Vereins immer wieder Anfragen zur am Freitag vom NOFV- Präsidium getroffenen Entscheidung. Der FC Eilenburg e.V. weist darauf hin, dass sowohl Vorstand als auch Mannschaft seit der Entscheidung über den Aufstieg in die Regionalliga stets davon ausgegangen sind, dass die vor der Saison kommunizierte Entscheidung zur Spielklassenverringerung Bestand haben und es eine Änderung trotz der Anträge von anderen Regionalligavertretern nicht geben würde. Insoweit überrascht uns die am Freitag getroffene Entscheidung in keiner Weise. Unabhängig davon sind wir der Auffassung, dass die vom NOFV- Präsidium getroffene Bestätigung der Abstiegsregelung nicht wirklich überzeugen kann. Dies gilt insbesondere für die vom NOFV- Präsidium zugrunde gelegte Annahme, dass keine Umstände vorgelegen hätten, die im Sommer nicht vorhersehbar gewesen wären. Maßgebliche Grundlage eines jeglichen Spielbetriebes war und ist die Sicherstellung der Wettbewerbsgerechtigkeit innerhalb des Ligaspielbetriebes. Von der Realisierung dieser Wettbewerbsgerechtigkeit ist der NOFV im Sommer sicherlich auch ausgegangen. Leider haben die vergangenen Monate gezeigt, dass ebendiese Wettbewerbsgerechtigkeit durch den Verband aufgrund unterschiedlicher Landesregelungen eben nicht gewährleistet werden konnte. Nur beispielhaft verweisen wir auf unseren 18. Spieltag vom 20.11.2021, als sich die Verantwortlichen beider Vereine beim Spiel FC Eilenburg gegen SV Lichtenberg 47 aufgrund der sächsischen Corona- Regelungen auf die Teilnahme von insgesamt zwei ungeimpften Spieler „einigen“ mussten und alle weiteren Betroffenen, die an diesem Tag nach dem Regelwerk des NOFV einsatz- und spielberechtigt gewesen wären, vom Spielbetrieb ausgeschlossen waren. Bei keinem anderen Spiel dieses Spieltages außerhalb des Freistaates Sachsen gab es diese Einschränkungen. Die Konsequenz, dass berechtigten Spielern die Teilnahme am Spielbetrieb verwehrt wurde, dürfte zu diesem Zeitpunkt auch bundesweit einmalig gewesen sein. Andere Vereine werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Mit der jetzt getroffenen Entscheidung ignoriert der Verband leider derartige Eingriffe in den Spielbetrieb sowie seine Ohnmacht, in der Pandemie einen gerechten Spielbetrieb auf der Grundlage seines Regelwerkes sicherzustellen. Der Präsidiumsbeschluss lässt im Weiteren auch die Auseinandersetzung mit anderen offenkundigen zwischenzeitlichen Umstandsänderungen wie die unterschiedliche länderweise Einordnung des Regionalligaspielbetriebes für Technisches Personal und Zuschauer außer Acht. Auch hier hatte und hat der Verband trotz teilweise markiger Stellungnahmen letztlich keinerlei Einfluss auf die Entscheidungen der jeweiligen Landesregierungen. Die Schaffung einheitlicher Bedingungen für die in unterschiedlichen Bundesländern agierenden Regionalligavereine wurde – wie in den Vorjahren - eindeutig verfehlt. Damit verbietet sich der Verweis auf vergleichbare Spielklassen anderer Regionen, bei denen diese Thematik eben keine Rolle spielt. Nur am Rande erwähnt sei schließlich der signifikante Anstieg der Inzidenzzahlen, die sich zum Zeitpunkt des damaligen Beschlusses deutschlandweit bei 18 bewegten, heute aber bei über 1.700 liegen und insoweit Woche für Woche, Spieltag für Spieltag, Auswirkungen auf die Durchführung des Spielbetriebes haben. Wir können deshalb den Unmut von Vertretern anderer Vereine über die fehlende differenzierte Befassung mit anderen Lösungsansätzen sehr gut nachvollziehen. Gleiches gilt für den Vorwurf der Außerachtlassung von Interessen kleiner Vereine. Die vom Präsidenten am Sonnabend angegebene Zahl von lediglich drei Vereinen, die sich für eine Überprüfung ausgesprochen hätten, ist so leider nicht richtig. Wir selbst sind durch die Aufstiegsentscheidung des NOFV vom April 2021 Teilnehmer am Spielbetrieb der Regionalliga. Auch wir als kleiner Verein haben unabhängig von unserem Ziel, den Klassenerhalt sportlich sicherzustellen, ein Interesse an der Schaffung einer starken Regionalliga. Das Interesse an einer solchen Liga lebt jedoch nicht allein von der Spannung an der Spitze, sondern auch vom Reiz der Überraschung, wenn sich die vermeintlich kleineren Vereine der Auseinandersetzung mit Traditionsvereinen in der höchsten – wohlgemerkt - Amateurspielklasse stellen. Die jetzt getroffene Entscheidung lässt leider die Verantwortung des Verbandes für die diese Vereine, die mit einem überschaubaren Budget am in der Pandemie noch aufwendigeren Spielbetrieb teilnehmen, nicht erkennen. Wir wissen um die Voraussetzungen des Spielbetriebes in den Spielklassen des NOFV und darum, dass sich diese Bewertung für den Spielbetrieb unterhalb der Regionalliga leider sogar noch verschärft. Der FC Eilenburg ist sich des Umstandes bewusst, dass die durch die Pandemie hervorgerufenen Belastungen für die Sicherstellung des Spielbetriebes auch beim Verband in Haupt- und Ehrenamt teilweise Anstrengungen bis zur Belastungsgrenze nach sich ziehen. Dies entlastet den NOFV jedoch nicht von seinen Verpflichtungen gegenüber allen – nicht nur den vermeintlich großen - Vereinen seiner Spielklassen.

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