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Vor 109 Jahren wird der F.C. Eilenburg 1912 gegründet.

14.4.2021

Im Jahr 1912 bestehen in Eilenburg bereits mehrere Fußballvereine. Der wichtigste von diesen ist der FC Eilenburg 1908, der im Jahr 1909 und 1910 diverse Gesellschaftsspiele auf dem Schützenplatz vor dem Alten Schützenhaus (später Jugendklubhaus) oder auf dem Sportplatz „Neue Welt“ austrägt, so z. B. am 20.06.1909 gegen den FV Wettin Wurzen I (1:3) oder am 19.07.1909, als der SC Düben mit 10:0 nach Hause geschickt wird. Gar 35:0 gewinnt man am 22.09. 1910 gegen den FC Torgau. Gekickt wird auch im am 22.06.1903 gegründeten Turn- und Sportverein des dörflichen Kültzschau, das seit dem 02.08.1864 mit der Stadtgemeinde Eilenburg vereinigt ist. Fußball ist allerdings zu dieser Zeit häufig noch verpönt. Seitens der Turner wird immer öfter und immer intensiver der Vorwurf eines „undeutschen“, eines „rohen und gemeinen Spiels“ erhoben. Demgegenüber finden gerade junge Menschen Gefallen am Fußball – in Deutschland wie in Eilenburg. Im April 1912 trennen sich deshalb einige Jugendturner vom TV Kültzschau. Ihr Wunsch, den Fußballsport im Verein auszubauen, ist von den Vereinsoberen zuvor abschlägig beantwortet worden. Angesichts dieser Möglichkeiten wäre es 1912 für die Kültzschauer Jugendturner ein leichtes gewesen, sich einem der schon existierenden Vereine anzuschließen und den Fußballsport dort auszuüben. Die „jungen Umstürzler“, wie sie damals genannt werden, haben jedoch das Ziel, einen eigenen Fußballklub im Orts- und Wirkungsgebiet des Turnvereins Kültzschau zu schaffen und ihren alten Verein damit ins Mark zu treffen. Am 14. April 1912, einem Sonntag, an dem auch die „Titanic“ untergeht, treffen sich acht Gründungsmitglieder im Restaurant „Torgauer Höhe“ und gründen den „Fußballklub 1912“. Zum Vorsitzenden wird der Älteste und eifrigste Verfechter gewählt – der 17-jährige Kaufmannslehrling Georg Bräunig, damals wohnhaft in Eilenburg, Dübenerstraße 8. Er stiftet zugleich den ersten Ball und die ersten Tore, was auf eine durchaus gesicherte Herkunft schließen lässt. Zum Vergleich: Ein „kompletter“ Ball aus Rindsleder kostet damals 12,50 M. Demgegenüber liegt beispielsweise der Bruttotageslohn eines Eilenburger Produktionsarbeiters bei einem Zwölfstundentag zur gleichen Zeit bei 2,30 M. Schnell findet man vor allem junge Gleichgesinnte. Der Zuspruch dieser ist so rasant, dass mit Nachdruck nach einer geeigneten Spielstätte gesucht werden muss. Allerdings bleiben entsprechende Gesuche an die Stadt zunächst erfolglos. Erst durch die Vermittlung des damaligen Leiters der gewerblichen Fortbildungsschule, Herrn Lieboldt, wird dem Verein ein Platz zur Verfügung gestellt. Bald wird der Platz jedoch erneut zu knapp. Langwierige Verhandlungen führen zum ersten in der Muldestadt bekannt gewordenen „Fußballsponsoring“. Der Ziegeleibesitzer und Stadtrat Bruno Hädrich stellt eine Wiese zur Verfügung, die nach Überlieferungen „keinen Wunsch offen ließ“. Mit dem sich nach und nach erweiternden Spielverkehr stellt sich kurz darauf doch die Beitrittsfrage zu einem anerkannten Verband. Ende des Jahres 1913 hat der Verein immerhin vier komplette Mannschaften mit 41 Mitgliedern, so dass die Anmeldung beim V.M.B.V. mit Sitz in Leipzig – Neustadt erfolgen kann. Neben dem Gründungs- und späteren Ehrenvorsitzenden Georg Bräunig gehören unter anderem drei seiner Familienangehörigen (Artur, Wilhelm und Hugo Bräunig), Wilhelm Gröbner (Großvater des Montreal-Olympiasiegers Wilfried Gröbner) und Hugo Köckeritz zum angemeldeten Personenkreis. Die Aufnahmeerklärung der Eilenburger wird vom 1. Vorsitzenden des V.M.B.V., Paul Albrecht, und von dessen Geschäftsführer, Konstantin Riso, am 11.12.1913 in den „Amtlichen Bekanntmachungen“ der Zeitschrift „Mitteldeutscher Sport“ veröffentlicht.

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